... warum so früh anfangen?
Komplexität
Die Komplexität des Themas "Gewaltprävention" besteht zu einem wesentlichen Teil in der Vielfalt der Formen und den verschiedenen Arten von "Gewalt". Zudem werden im Alltag und in der wissenschaftlichen Diskussion die verschiedensten Handlungen, Dinge und sozialen Tatsachen als "Gewalt" bezeichnet. Arbeiten im Bereich der Gewaltprävention stehen somit vor der Schwierigkeit, konkrete Gewalt vorzufinden, jedoch über keine weitreichenden, gesicherten oder allgemeingültigen Definitionen und Erklärungen verfügen zu können.
Ursachen und Bedingungen für Gewalt können theoretisch den beiden Polen Individuum oder Gesellschaft zugeordnet werden, es werden dabei also zwei unterschiedliche "Verantwortungen" zugewiesen.
Für die präventive Arbeit ist es somit erforderlich, Begriffe wie Gewalt, Aggression und Konflikt sowie Prävention zu klären und zugleich praktische Schritte mit den Menschen in einer konkreten (sozialen) Umgebung zu unternehmen.
Die Entstehung von Gewalt und ihre verschiedenen Ausprägungen sowie die Entscheidung für eine bestimmte Form der Prävention bilden gleichsam ein dehnbares Korsett, die das Thema nur idealtypisch begrenzen. Der Verlauf sowie die konkrete Praxis der Gewaltprävention nehmen somit einen breiten sozialen und kulturellen Raum ein.
Gewalt ist ein relativ "neues" Thema in der Öffentlichkeit, vor wenigen Jahren war es z.B. noch tabu, die tägliche Gewalt in der Schule als Realität anzuerkennen. Ein weiteres Indiz für die "Sensibilisierung" gegenüber gewalttätigen Handlungen sei hier mit dem im Jahr 2000 in Kraft getretenen Gesetz zur "Ächtung der Gewalt in der Erziehung" angeführt. Auf nationaler und internationaler politischer Ebene ist die massive Etablierung von militärischer, kriegerischer Gewalt zur Konfliktlösung seit den 90er Jahren eine bedeutende Ursache der Entstehung von Gewalt in den einzelnen Gesellschaften sowie deren Klassen und Schichten.
Alltäglich erfahrbar und quer durch alle Gesellschaftsschichten anzutreffen ist direkte häusliche Gewalt. Als eine Art der indirekten Gewalt muss hier einleitend auch die "Gewalt in den Medien" erwähnt werden, die in der letzten Zeit für viele Menschen, ob Hobbypsychologe, Bundespolitiker oder beides, einen elementaren Platz bei der Erklärung für "Jugendgewalt" gefunden hat.
Neben der im generellen mit einer negativen Bedeutung belegten Verwendung des Begriffs Gewalt enthält er auch eine weitere, positive (politische) Vorstellung:
"Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus."
(Artikel 20, Abs. 2 GG)
Eine Auswahl aus dem umfangreichen Material zum Thema "Gewalt - Gewaltprävention - Persönlichkeitsförderung durch Kunstprojekte" bieten wir Ihnen unter den aufgeführten Menüs an.

